Aus dem Inkrafttreten des StaRUG (Gesetz über den Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen) am 01.01.2021 resultiert für viele Unternehmer große Hoffnung auf eine erfolgreiche außergerichtliche Sanierung ihres Unternehmens. Und das scheinbar auch noch ohne negative Begleiterscheinungen imageschädigender Publizität. Die Möglichkeiten des StaRUG sind unbestreitbar ein Fortschritt und grundsätzlich attraktiv. Gleichwohl gilt: insbesondere für viele klein- und mittelständische Unternehmen (KMU) wird sich diese Hoffnung nicht erfüllen. Wesentliche Gründe dafür liegen u.a. in

  • der Erstellung einer hinreichend robusten Prognose erheblicher Erfolgsaussicht des Verfahrens nach StaRUG (um ggf. spätere Haftungsrisiken einer möglichen Folgeinsolvenz wirksam auszuschließen),
  • der formellen Komplexität und den zusätzlichen Kosten des Verfahrens nach StaRUG,
  • den fehlenden Eingriffs- und Gestaltungsmöglichkeiten bei der Restrukturierung nach StaRUG im Vergleich zur Regelinsolvenz,
  • der oft limitierten Finanzierungsstruktur auf der Passivseite vieler KMU (Hausbank und…?)
  • den zuvor einzuleitenden und bestenfalls umsetzungsreifen leistungswirtschaftlichen Sanierungsmaßnahmen (z.B. Overhead, Personalkosten, Standortstrukturen, Produktprogramm, Effizienz, make-or-buy, Supply Chain…). Die wichtigsten Aktionsfelder finden Sie hier: https://abendroth-ub.de/strukturierter-turnaround-im-mittelstand-in-nur-3-phasen-zur-konsequenten-sanierung/

Um die Handlungshoheit im Unternehmen zu behalten, bzw. nicht leichtfertig aus der Hand zu geben, sollten das Unternehmen und dessen Geschäftsmodelle zunächst einer schnellen und gründlichen finanz- und leistungswirtschaftlichen Analyse unterzogen und die bestehenden Sanierungsmöglichkeiten objektiv gegenübergestellt werden. Auf dieser Basis ist dann der am besten geeignete Sanierungsweg einzuleiten.

Gern stehe ich Ihnen als Ansprechpartner für einen ersten Erfahrungsaustausch zur Verfügung oder unterstütze Sie ggf., z.B. als Interim-CRO, auf diesem Weg.

Viele Grüße
Harald Abendroth